Dampflok SWEG Aquarius C. im Modell


Die Dampflok Aquarius C. (HF210E) von Anton Vogl und Uwe Stehr

151 Seitenansicht

Aquarius C. (HF210E) die letzte starke Dampflok im Jagsttal

Die HF210E war ein Kind des Krieges und wurde als erster Prototyp einer fünfach gekuppelten 750mm Lok von Borsig 1939 mit der Fabrik Nr. 14 806 an die Wa-Prüf 5/75 nach Rehagen-Klausdorf bei Berlin geliefert und als HF 191 in Dienst gestellt. Ursprünglich als Tenderlok entwickelt bekam sie dann doch einen Einheitstender, wie auch die Reihe HF110C. Die Lok vom Typ "schwere Heeresfeldbahn Dampflokomotive HF210E" war zum Zeitpunkt der Ablieferung die größte und schwerste Lokomotive die auf 600~750mm Gleisen fuhr. Die HF 191 war als Tenderlok konzipiert, wurden aber für das Mitführen eines Tenders ausgerüstet. Dies Prinzip findet sich auch bei den Brigadeloks des ersten Weltkrieges wieder. Die Lok gehört zu einer Reihe von En2-Prototypen, welche im Auftrag der Wehrmacht zu Testzwecken entwickelt und gebaut worden waren. Andere Lotomotiven wurden bei Krauss-Maffei, Jung, Orenstein & Koppel und eben Borsig gefertigt. Nach einer Erprobungsphase in Rehagen-Klausdorf wurde die Lok 1942 auf 600 mm Spurweite umgespurt und kam bei der Feldbahn in Kessel von Demjansk, südlich von Leningrad, zum Einsatz. Im März 1943 verlies sie die Feldbahn Russland und kam über Zwischenstationen zurück nach Rehagen-Klausdorf. Anfang 1945 wurde sie mit anderem Feldbahnmaterial aus Rehagen-Klausdorf nach Österreich gebracht. Dort wurde sie von den Amerikanern als Beute genommen. Von der USFA wurde die Lok als Überbrückungshilfe, zusammen mit zwei HF110C (HF2187 und HF 11778) und einer D-h2 (exHF2855) zur Salzkammergut-Lokalbahn abgegeben. Dort erhielt die Betriebsnummer Nr.22 und wurde bis 1958 einsetzte und anschließend an die Zillertalbahn verkaufte. Bei der Zillertalban erhielt sie die Nummer ZB4 in Zweitbelegung. Ab Sommer 1974 fuhr sie als Europavor Lok als "Castel Caereinion" auf der Bregenzerwaldbahn im Vorarlberg Touristenzüge. Als die Fahrten dort 1980 eingestellt wurden wurde sie an einen deutschen Sammler, Herrn Seidensticker, verkauft. W. Seidensticker verlegte die Lokomotive zurück ins Zillertal. Dort wurde sie anschließend aufgearbeitet und lief 1981 und 1982 bei einigen Sonderfahrten wieder im Zillertal. Während dieser Zeit im Zillertal wurde sie in AQUARIUS C. umbenannt. 1981 liefen die Kesselfristen aus und die Lok in der Werkstatt der Teutoburger Wald-Eisenbahn in Lengerich aufgearbeitet und von 760mm auf 750mm umgespurt. Nach 4 Jahren lief die Lok als "ZB4 Aquarius C." ab dem 24.04.1986 im Jagsttal. 1988 trat an Lok ein Kesselschaden auf und so erlebte sie die Einstellung der Strecke Ende 1988 auf dem Abstellgleis. Die Lok wurde 1989, ohne Tender, ins Deutsche Technikmuseum in Berlin, ihrer Geburtsstadt, überstellt. Von 1989 bis zum Oktober 1996 war die grüne AQUARIUS C im Museum ausgestellt. Als eine der letzten Dampflokomotiven wurde die AQUARIUS C 1996/1997 im ehemaligen RAW Görlitz-Schlauroth der DB einer betriebsfähig Aufarbeitung unterzogen. Neben dem neuen Kessel waren viele umfangreiche Arbeiten notwendig. Im Rahmen dieser Aufarbeitung erhielt sie auch die neue blaue Lackierung. Nach der erforderlichen Hauptuntersuchung der Lok wurde sie auf die Insel Rügen zur Rü.K.B.gebracht. Bei der Rügenschen Kleinbahn stehen schon seit 1993 die beiden Seidensticker Loks NICKI S und FRANK S in Betrieb. Aquarius C. wurde im Mai 1997 für den Sonderzugdienst wieder in Betrieb genommen. Nach acht Einsatzjahren war die HU in 2005 abgelaufen. Eine neue HU war für die Lok nicht vorgesehen, sie sollte als Ausstellungsstück zurück in das Deutsche Technikmuseum nach Berlin. AQUARIUS C wurde am 21.05.2005 ein letztes mal auf Rügen planmäßig eingesetzt. Bis zum 03.06.2005, dem Tag des Fristablaufs, wurde die Lok noch vor verschiedene Taditionszüge gepannt. Doch es kam anders und die Lok wurde erneut einer HU unterzogen die sich über 2 Jahre bis 2007 hinzog. Die Betriebseinstellung der RüKB Anfang 2008 brachte die AQUARIUS C auf das Abstellgleis. Für den kurzfristig eingerichteten Übergangsverkehr wurde die Lokomotive, bis auf einen durch Lokengpass hervorgerufenen Plandienst, der jedoch nur wenige Tage andauerte, nicht genutzt. Nach dem Betreiberwechsel, nun RÜBB, absolvierte die blaue Aquarius C wieder Sonderfahrten. Im Mai 2009 verkaufte Walter Seidensticker die Lok mit einigen Wagen an die RüBB. Somit dürfte die AQUARIUS C nach einer wechselvollen Geschichte und 70 Jahren Einsatz die größte erhaltene HF-Lok unter Dampf sein.

Die Umsetzung ins Modell erfolgt wie schon bei der 151 und 152 beschrieben. Daher will ich hier nur kurz die Unterscheide aufzeigen:

  Getriebe mit Fauli 1319

Die erste Variante zeigt die Verwendung eines Faulhaber 1319 mit Schwungmasse und Platz für den Lautsprecher von Tran für den geplanten EInsatz eines Sounddekoders. Leider fällt diese Konstruktion recht lang aus, so das Teile des Antriebs den freien Durchblick zwischen Kessel und Rahmen behindern.

  Getriebe mit Fauli 1016

Die zweite Variante zeigt die Verwendung eines Faulhaber 1016 mit Schwungmasse und auch Platz für den Lautsprecher von Tran für den Sounddekoders. Diese Konstruktion ist kürzer und wird so den Durchblick zwischen Kessel und Rahmen weniger behindern, ganz frei ist er aber auch bei dieser Lösung nicht.

...der Rest ist noch immer eine Baustelle