Hochbauten in Widdern


Die Fahrzeug Waage in Widdern von Uwe Stehr

Fahrzeugwaage

Die Fahrzeug Waage im Bhf Widdern im Modell

Zum Wiegen der angelieferten Waren, in der Regel Zuckerrüben, verfügte der Bahnhof Widdern über eine fest eingebaute Fahrzeugwaage in der Ladestrasse. Diese Waage war in einem kleinen, gemauterten Haus am Ende der Güterschuppen zur Strasse hin untergebracht.

Bilder von dieser Anlage direkt kenne ich keine, das kleine Gebäude taucht, meist verdeckt, nur am Rande einiger Aufnahmen auf. Aus diesem Grund ist der Nachbau in einigen Bereichen spekulativ und beruht auf den schon erwähnten Bildfragmenten und Zeichnungen von ähnlichen Anlagen auf Privat- und Bundesbahn.

Die Konstruktion der Fahrzeug Waage im Modell

Aus diesen Daten habe ich dann am PC mit Hilfe von freeCAD eine 3D-Zeichnung angefertigt. Am Ende soll das relativ kleine Gebäude, die Inneneinrichtung und auch die Waage selber im DLP 3D Druck enstehen.

Fahrzeug Waage

Bei einem Freund habe ich mal eine 3D Zeichnung eines Hauses gesehen das Stein für Stein konstruiert wurde, so ähnlich wollte ich das auch machen.

Fahrzeug Waage

Weil man reinsehen kann, und da natürlich auch eine LED vorgesehen wird, bereite ich das Gebäude für Inneneinrichtung vor.

Fahrzeug Waage

Die Seite zur Ladestrasse mit der Waage hat zwei Fenster.

Fenster

Die Fensterkonstruktion entspricht den Fenstern des Güterschuppens, nur mit anderen Maßen. Diese wurde einfach bei der bereits vorhandenen Konstruktion angepasst.

Tuer

Auch die Tür wurde bereits vorher konstruiert, sie entspricht der Tür vom WC im Güterschuppen, auch sie wurde mit anderen Maßen der bereits vorhandenen Konstruktion angepasst.

Türklinke mit Schloss

Frei nach Dieter Hallervorden: „Ich brauche mehr Details“, hier Türklinke mit Schloss.

Fenster Sturz

Der Fenstersturz läßt sich aus einfachen Ziegeln sehr leicht erstellen. Jeder Ziegel wird um jeweils 2° gedreht und in X und Y Richtung in seine korrrekte Position verschoben. Eine Seite wird auf diese Art konstruiert, die andere Seite einfach gespiegelt.

Fenster Sturz

Wenn man einen solchen Sturz manuell herstellen wollte wäre das echt Arbeit und nur schwer symetrisch hinzubekommen. Einmal erstellt läßt sich das am PC beliebig oft kopieren.

Tür mit Sturz

Hier wird der Sturz einfach mit der Tür und den Fenstern kombiniert, auch wieder ein Bauteil für die virtuelle Bastelkiste.

Fenster und Tür eingesetzt

Eingesetzt habe ich dann gesehen das ich bei den Fenstern die Fensterbänke vergessen habe. Das hätte ich clever auch gleich am Fenstern machen können.

Fensterbanke

Auch die Fensterbänke sind aus einzelnen Steinen zusammengesetzt worden.

Fahrzeug Waage

Die Fensterbänke werden gruppiert und und anschließend unter den Fenstern platziert. Auch dieses Bauteil landet in der virtuellen Bauteil-Kiste.

Das Dach der Fahrzeug Waage im Modell

Nun könnte ich für das kleine Gebäude als Dach eine Kunststoffplatte aus dem Modellbahn Zubehör verwenden. Aber wenn man schon mal am Zeichnen ist kann man sich auch am Dach versuchen. Als Basis habe ich zuerst im Netz nach einer Zeichnung für die Maße einer Hohlpfanne gesucht und daraus eine Zeichung für den Querschnitt erstellt.

Hohlpfanne

Die Skizze mit der Wölbung oben ist schnell gemacht, unten gerade, damit eine Platte entsteht. Exakte Maße für die Wölbung habe ich nicht gefunden, nur für die Höhe der Pfanne.

Hohlpfanne

Die Skizze einfach extrudieren wäre ein Weg, und dann schräg stellen und aneinanderreihen, aber dann habe ich unten keine gerade Platte. Also die Skizze kopiert und vorne um 0,2mm erhöht. So ist die Oberfläche schräg und unten waagerecht.

Hohlpfanne

Die beiden Skizzen werden nun der späteren Länge der Dachpfanne auseinander gezogen platziert.

Hohlpfanne

Der Befehl „Loft“ erzeugt den Volumenkörper von Skizze 1 nach Skizze 2, die Dachpfanne ist fertig.

5x Hohlpfanne

Die Länge des Wagenhäuschens benötigt 15 Schindeln nebeneinander, also habe ich mal eine Gruppe mit 5 Pfannen erzeugt.

15x Hohlpfanne

Diese 5er Gruppe wird 2x kopiert und nach links und rechts verschoben, eine Reihe ist somit fertig.

3x 15x Hohlpfanne

Diese 15er Reihe wird 3x kopiert und in der Höhe verschoben, eine Dachhälfte ist fertig.

Dach

Die Dachhälfte in die Zeichnung „Waagenhaus“ kopiert, 39° schräg gestellt und in der Höhe der Dachneigung angepasst, 1x kopiert und um die Z-Achse gedreht, das Dach ist drauf. Fehlt noch der First.

First

Die Vorlage für den First stammt auch aus dem www, aber da gibt es echt viele. Das ist nun eine mögliche Variante. Erstellt aus 3 Halbkreisen, also massiv.

First

Die Firste habe ich dann einzeln auf das Dach gesetzt. Den ersten positioniert, die weiteren nur kopiert und in einer Achse verschoben. Geht schnell.

Dach

Das Wagenhäuschen mit Dach und First. Das kann ich so noch immer in einem Stück drucken.

Regenrinne und Fallrohr

Auch die Regenrinne und das Fallrohr könnte ich aus aus dem Modellbahn Zubehör verwenden. Aber gerade diese kleinen Details, einmal erstellt und passend für das Gebäude gezeichnet, machen das Modell rund. Später beim DLP Druck haben diese Bauteile keine Auswirkung auf die Druckzeit oder Kosten, so das, einmal erstellt, kein weiterer Aufwand nötig ist.

Begonnen habe ich mit dem Profil einer im Vorbild 160mm breiten Regenrinne. Die Materialstärken sind auf die Möglichkeiten des Druckers angepasst.

Regenrinne-Profil

Auf dieser Basis entsteht das Profil der Halterung der Regenrinne.....

Regenrinnenhalter-Profil

....und der Abschluß der Regenrinne.

Abschluß der Regenrinne

Für den Sammler am Ende der Regenrinne benötigen wir einen "Loft", ein Übergang eines Quadrats in einen Kreis.

Loft

Hier sieht man den Sammler als massiven Block.

Loft

Damit der Sammler die Regenrinne nicht verstopft wird noch eine Welle abgezogen.

Welle abziehen

Der fertige Sammler der Regenrinne.

fertiger Sammler

Extrudiert, kopiert und platziert ergibt sich die komplette Regenrinne. Der Sammler ist am linken Ende der Regenrinne zu finden.

Regenrinne

Innen ist die Regenrinne natürlich hohl.

Regenrinne

Fehlt noch ein passendes Fallrohr. Hierfür wird zuerst der Abstand der Wand zur Regenrinnemitte in der Konstruktion mit 3,5mm ermittelt. Hiervon wird die Hälfte vom Durchmesser des Fallrohres abgezogen, es ergibt sich 3,1mm. Damit wird eine Skizze der Mittellinie des späteren Fallrohres erstellt.

Mittellinie des Fallrohres

Entlang der Mittellinie wird nun der Querschnitt des Fallrohres zu einem Volumenkörper erstellt. Der Querschnitt des Fallrohres ist ein einfacher Kreis, der Befehl zum Erzeugen des Körpers nennt sich "Sweep".

Querschnitt des Fallrohres

Die Wandhalter des Fallrohres werden aus "Primitives" zusammengesetzt, einer Kreisscheibe und einem Rechteck. Beide werden mittels boolescher Operation verbunden.

Wandhalter des Fallrohres

Die Wandhalter werden kopiert und entlang des Fallrohres verteilt.

Fallrohr

Alle Einzelteile werden mittels boolescher Operation verbunden, das Fallrohr ist fertig.

Fallrohr

Regenrinne und Fallrohr werden nun am Waagenhäuschen platziert und für die gegenüberliegende Seite kopiert.

Regenrinne und Fallrohr

Das Waagenhäuschen ist nun soweit fertig. Diesen Zustand werde ich im nächsten Schritt drucken.

Regenrinne und Fallrohr

Dafür benötige ich vom Waagenhäuschen ein STL-file: Waagenhäuschen in Widdern (3 MB) stl-file

Druck des Waagenhäuschen

Dieses STL File lade ich in der Slicer "Chitubox", stelle das Modell leicht schräg und generiere die nötige Stützkonstruktion.

Slicer

Der Slicer "Chitubox" errechnet eine Druckzeit von 17 Stunden, einen Materialbedarf von 13,3gr und daraus die Kosten von 0,36€. Kein schlechter Preis für das kleine Gebäude.

Slicer

Komplett kommt das Modell so am nächsten Tag aus dem Drucker.

2 Slicer

17 Stunden später ist der Druck fertig. In Spiritus gereinigt und unter UV Licht nachgehärtet sieht das Bauteil nun so aus.

2 gedrucktes Gebäude

Auf der Rückseite ist vor lauter Stützstruktur nichts vom Gebäude zu sehen, dies macht der Dachüberhang nötig.

2 gedrucktes Gebäude

Auch die Seiten werden von der Stützstruktur verdeckt. Diese hält hier die Regenrinne, die allerdings sehr schön zu erkennen ist.

2 gedrucktes Gebäude

Die Frontpartie mit der Eingangstür sieht schon mal recht ansprechend aus.

2 gedrucktes Gebäude

Bei näherer Betrachtung fallen die Mauerfugen in's Auge. Rein optisch passt das sehr gut...

2 Mauerfugen

...geht man nun ganz nah heran, sieht man das die Türklinke etwas "verschwommen" aussieht. Hier erreicht man offenbar die Grenzen des Druckbaren.

2 Türklinke

Entgittern und Farbe sind nun die nächsten beiden Schritte.

Lackierung des Waagenhäuschen

Zum Thema "Lackierung" findet sich auf diesen Seiten wenig, das werde ich bei nächster Gelegenheit mal im Bereich "Technik" ergänzen. Die Gebäude werden erst einmal gespritzt. Hier gibt es im Grunde zwei verschiedene Herangehensweisen:

Da ich gleich zwei Exemplare des kleinen Gebäudes gedruckt habe will ich hier mal beide Wege miteinander vergleichen.

Lack

Die erste Farbschicht kommt ohne Abkleben aus. Hier werden mit weißer Farbe die Fenster lackiert.

Lack

Das geht bei den wenigen, kleinen Fenstern schnell.

Lack

Dabei verteilt sich ein Teil der weißen Farbe auch auf der Wand daneben.

Lack

Auch die Innenseite des Gebäudes wird gespritzt.

Lack

Die Tür habe ich grün gespritzt, da keine Fenster in der Nähe sind konnte ich mir das Abkleben hier auch sparen.

Lack

Das erste Gebäude hat nun Fenster und die gespritzt und kann nun in Ruhe trocknen.

Lack

Das zweite Gebäude wird zuerst komplett ziegelrot gespritzt.

Lack

Dafür ist nichts besonders vorzubereiten, das geht schnell und einfach.

Lack

Nach wenigen Minuten ist das Lackieren erledingt.

Lack

Tags drauf ist die erste Lackschicht trocken, hier die Fenster....

Lack

....hier die Wand.

Lack

Für den zweiten Vorgang müssen die bereits lackierten Bereiche abgedeckt werden. Hierzu dient ein gutes Malerkreppband....

Lack

....und ein Abdecklack auf Latexmilch-Basis. Dieser stammt von Valejo, wie auch die wasserbasierten Lackfarben.

Lack

Um die Fenster zu lackieren müssen alle Wände mit abgeklebt, oder mit Abdecklack versehen werden. Wegen der Ziegelstruktur und der zerklüfteten Oberfläche habe ich mich hier für den Abdecklack entschieden.

Lack

Der Abdecklack ist recht zäh, ich habe ihn mit einem spitzen Holzspieß aufgetragen. Damit läßt er sich in jede kleine Kante schieben.

Lack

Am zweiten Häuschen muß ich die Fenster abkleben um die wände spritzen zu können. Hier habe ich zuerst innen Klebeband hinter die Fensterkreuze geklebt und dann die Vorderseite der Fenster mit Abdecklack bestrichen.

Lack

Vom Aufwand her ist das auch nicht komplizierter als die ganze Wand zu streichen.

Lack

Für die kleinen Fenster benötig man natürlich viel weniger Abdecklack.

Lack

Zum Spritzen der Wände kann ich das Haus mit den abgeklebten Wänden einfach mit Klemmhaltern fixieren.

Lack

Das ist insofern praktisch weil ja auch die Innenseite des Gebäudes weiß gespritzt wird und dafür die Klemmen entfernt werden müssen.

Lack

Zum Spritzen der Wände habe ich das Haus mit den abgeklebten Fenstern innen auf einen Holzspieß gesteckt.

Lack

Nachdem die Wände und Fenster gespritzt sind ist nun, als letzte große Fläche das Dach an der Reihe. Hierzu werden bei beiden Gebäuden die Wände mit Klebeband abgedeckt.

Lack

Zuerst die Giebel.....

Lack

.....dann die Wand.

Lack

Das Gebäude mit den gespritzen Fenstern hätte nur eine zusätzliche Abklebung im Bereich der Fenster benötigt, weil das aber recht flott ging habe ich beide "eingewickelt".

Lack

Weil das Klebeband nicht überall anliegt habe ich die offenen Stellen mit Abdecklack verschlossen.

Lack

Als Lack verwende ich Valejo Nr. 71.084, er ist etwas heller als die Farbe des Ziegelmauerwerkes.

Lack

Das Lackieren mit der Spritzpistole erfolgt in einer faltbaren Lackierbox mit Absaugung und Farbpartikelfilter. So bleibt die Umgebung sauber.

Lack

Die beiden Dächer sind schnell lackiert.

Lack

Nach dem Trocknen der Moment der Wahrheit, die Lackabdeckungen werden entfernt. Rechts ist es bereits ausgepackt, links muß es noch entfernt werden.

Lack

Das Abkleben der Fenster erzeugt das schönere Ergebnis, links im Bild. Die Abdekung der kompletten Wand ist auch mit dem Abdecklack schwierig, so sind Farbreste in den Fugen um die Fenster herum und auch an den erhabenen Kansten sichtbar, hier ist der Abdecklack offenbar abgelaufen und so die Schicht zu dünn.

Lack

Die Kanten um die abgeklebten Fenster sind nicht 100%ig gerade, links im Bild. Aber an allen Fenstern der abgeklebten Wand lassen sich weiße Farbreste feststellen, rechts im Bild.

Lack

Aber grundsätzlich führen beide Wege zum Erfolg. Die Details male ich nun noch mit dem Pinsel an und nach der Alterung wird von diesen Unterschieden vermutlich nichts mehr zu erkennen sein.

Der Tuschkasten

Ein wenig ungewöhlich, aber den Trick habe ich auch einem Treffen einmal gesehen: Kleinkram mit dem Tuschkasten bemalen.

Tuschkasten

Mit hellgrau werden zuerst die Regenrinne und Fallrohre bemalt.

Tuschkasten

Ein Unterschied zu anderen Farben ist dabei kaum auszumachen, aber Fehler können mit wein wenig Wasser leicht korrigiert werden.

Tuschkasten

Mit stark verdünntem Dunkelgrau werden nun Fugen und Ecken hervorgehoben. Dies läßt sich mit der Tusche sehr leicht machen.

Tuschkasten

Da ich nie die Farben direkt verwende, sondern immer nur gemischt, sieht der Kasten bald so aus wie die Häuser.

Tuschkasten

Zum Schluß noch einzelne Steine hervorheben und ein wenig Korrosion an den Rohren.

Tuschkasten

So kann das kleine Gebäude schon verwendet werden.

Tuschkasten

Naja, Traufkanten, Inneneinrichtung und Licht fehlen noch.

Tuschkasten

Damit geht es demnächst weiter.

...der Rest ist noch immer eine Baustelle