Der Bahnhof "BERLICHINGEN" im Modell


BERLICHINGEN von Alexander Ochs

Das Vorbild

Plan von BERLICHINGEN aus SbV Berlichingen ist einer der kleineren Zwischenbahnhöfe an der Strecke zwischen Möckmühl und Dörzbach.

Planung der Module fuer BERLICHINGEN Gelegen an Streckenkilometer 18,5 befindet er sich ungefähr in der Mitte der Gesamtstrecke der Jagsttalbahn.

Diesen Bahnhof habe ich mir zum Nachbau ausgesucht, weil mir die Lage am Rand der Ortschaft Berlichingen sehr gut gefällt. Außerdem befindet sich Richtung Dörzbach, im unmittelbaren Anschluss an den Bahnhof, die einzige Ortsdurchfahrt der Jagsttalbahn. Hier wird die Bahn auf rund 80 m zur "Straßenbahn". Zu Betriebszeiten der Jagsttalbahn war diese Stelle ein beliebtes Fotomotiv. Nach Abschluss des Bahnhofsbaus werden ich diesen Streckenabschnitt ggf. auch noch im Modell wieder enstehen lassen. Die Konstruktion der Modulkästen mit den Übergangsstücken berücksichtig zumindest diese zukünftig mögliche Erweiterung

Für das Vorbildstudium standen alte Gleispläne aus dem Archiv der Jagsttalbahnfreunde e. V., sowie ein Luftbild aus dem Jahr 1968 zur Verfügung. Außerdem wurden die noch vorhandenen Gleisanlagen, auf denen sich die Natur zwischenzeitlich schon wieder recht breit gemacht hat, im April 2004 vermessen. An dieser Stelle möchte ich mich auch für die Mithilfe der anderen Mitsteiter beim Vermessen der örtlichen Gegebenheiten und Kopieren der alten Unterlagen bedanken.

Das Bahnhofsgelände heute Weichensicherung in Berlichingen

Der Bahnhof Berlichingen selbst ist relativ unspektakulär. Er weist ein beidseitig angeschlossenes Ladegleis und ein aus Richtung Möckmühl angeschlossenes abgesenktes Gleis zu einer kleinen Kopf- und Seitenrampe auf. Die drei Weichen des Bahnhofs waren in Grundstellung verschlossen. Der Verschluss erfolgte dabei mit einfachen Vorhängeschlössern an den Weichenstellgewichten. Das beidseitig angeschlossene Ladegleis war zusätzlich mit zwei Gleissperren gesichert. Die Sicherungstechnik soll auch im Modell nachempfunden werden, wobei allerdings leicht modfizierte Möbelschlösser zur Anwendung kommen werden.

Bau der Module

Die Module entstehen aus Sperrholz mit einer Dicke von 10 mm, die zu einem stabilen Rahmen zusammengesetzt wurden. Die Stirnbretter wurden dabei mit einer Oberfräse entsprechend den erforderlichen Winkeln zugefräst. Die Ecken sind zusätzlich mit passend geschnittenen Holzwinkeln verstärkt. Außerdem haben die Modulkästen, mit Außnahme der äußeren Übergangsmodule, eine Mittelstrebe. Im Bereich der zuküftigen Gleise wurden Trassenbretter aus 8 mm Sperrholz vorgesehen, die mit hochkantgestellten Sperrholzstreifen gegen Durchbiegen verstärkt wurden. Die Trassen bilden damit quasi U-Profile.

Module im Rohbau Module im Rohbau

Basis für die spätere Geländegestaltung bilden Styrodurplatten, mit denen die jetzt noch offenen Bereiche der Modulkästen ausgefüllt werden. Ingesamt entstehen dadurch relativ leichte, aber sehr verwindungssteife Module.

Gleise und Weichen entstehen, wie auch bei den übrigen im Rahmen dieses Projektes bislang gebauten Modulen, ausschließlich im Selbstbau aus 1,4mm hohen Schienenprofilen. Die Schwellen werden aus 1,5mm starkem Leiterplattenmaterial und gleichstarkem Balsaholz geschnitten. Die Weichen werden seperat auf einem Baubrett zusammengelötet, der Bau der Gleise erfolgt direkt auf den Modulen. Näheres zum Gleis- und Weichenbau findet man im Kapitel Technik auf dieser Webseite.

Kräftiger Betrieb an der Ladestraße

Der Gleisbau ist mittlerweile auch schon abgeschlossen. Die Gleise sind allerdings noch nicht angemalt und eingeschottert. Trotzdem kann man in Berlichingen mittelweile auch schon Betrieb machen.

Auf dem Treffen in Elfershausen (Dezember 2005) war der Bahnhof zum ersten Mal im Einsatz war. Auch wenn er sich zu diesem Zeitpunkt noch völlig im Rohbau präsentiert hat, war das Treffen eine gute Gelegenheit den Bahnhof auf Herz und Nieren zu testen. In diesem Stadium entdeckte Fehler und Probleme lassen sich jetzt noch wesentlich besser beseitigen, als bei einem vollständig ausgestalteten Modul. Auf dem Bild sieht man einige Wagen, die in der Ladestraße zur Ent- bzw. Beladung bereitgestellt wurden.

Weitere Ausgestaltung

Die Ausfahrt Richtung Möckmühl ist in der Zwischenzeit auch schon weiter ausgestaltet worden. Die Landschaftskonturen wurden mit einer Raspel aus den Styrodurplatten herausgearbeitet. Anschließend wurde einige Lagen Zeitungspapier mit stark verdünntem Weißleim aufgeklebt. Nachdem diese Oberfläche getrocknet war, konnte mit grüner Abtönfarbe ein Grundanstrich aufgebracht werden, in den dann Schaumstoffflocken (Woodland T49) eingestreut wurden. Das Ganze wurde dann noch mit lösungsmittelfreiem Haftgrund fixiert. Beim Bau mit Styrodurplatten ist es sehr wichtig darauf zu achten, lösungmittelfreie Matreialien verwendet werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Hartschaum durch das Lösungsmittel angegriffen und zerstört wird. Auch solche "Chemieunfälle" hat es gerüchteweise schon beim Bau gegeben.

Ausfahrt Richtung Möckmühl

Die im Hintergrund sichtbare Straße ist aus Gips gegossen. Hierzu wurde zuerst der Straßenverlauf mit Holzleisten eingeschalt. Anschießend wurde die Schalung ausgegossen und die Gipsoberfläche mit dem Spachtel abgezogen. Die Oberflächengestaltung erfolgte mit schwarzer und weißer Abtönfarbe, die während des einfärbens mit dem Pinsel zu einem leichten Grau vermischt wurden. Hierdurch wird erreicht, dass die Oberfläche leicht ungleichmäßig erscheint. Ich werde die Bauweise demnächst noch etwas genauer beschreiben und auch Fotos von Zwischenschritte anfertigen.

...der Rest ist noch immer eine Baustelle