Der Steinbruch im Modell


Steinbruch bei Berlichingen von Andreas Rackel und Uwe Stehr

Planung der Mudule für den Steinbruch

Zwischen Jagsthausen und Berlichingen bei Kilometer 17,5 liegt direkt an der Strecke der Jagsttalbahn ein Steinbruch, in dem bereits vor dem Bahnbau der Abbau des Muschelkalks betreiben wurde. Der Schotter zum Bau der Jagsttalbahn stammte ausschließlich von hier. Anfangs gab es nur ein Gebäude mit 4 Silos und einem Lokomobilschuppen, in dem eine Dampfmaschine einen Steinbrecher antrieb. Die groben Muschelkalkbrocken wurden über Loren auf Feldbahngleisen (vermutlich 900mm) herbeigeschafft.Ab 1928 existierte sorgar ein Ladegleis das 1961 noch existierte, aber bis 1965 abgebaut wurde. Anfang der 30er Jahre wurde für die Lokspeisung ein Wasserturm errichtet.

Auf der Luftaufnahme von 1968 ist die Feldbahn aber nicht mehr zu sehen und der Berg, auf dem sie fuhr ist auch längst abgetragen. Meine Recherchen sind hier noch sehr lückenhaft. Das Ladegleis hat seit 1928 ca. 30 Jahre existiert, ist aber Ende der 50er Jahre abgebaut worden.

Bis 1947 wurde dieser Steinbruch, und auch der Steinbruch bei Marlach, von der Firma Main-Kalk in Ochsenfurt/Main betrieben. Nach deren Konkurs wurde der Steinbruch eine zeitlang von der Bahn betrieben, wodurch ein reger Binnenverkehr auf der Bahn der mit Flachwagen zu den einzelnen Baustellen abgewickelt wurde. Da dies aber mit den wenigen vorhandenen Wagen nur sehr unbefriedigen zu bewältigen war kamen zeitweise auch aufgebockte, regelspurige Flachwagen zum Einsatz.

1954 wurde der Steinbruch an die Firma Engelhardt verkauft. Der Abtransport von Steinen auf Flachwagen kam langsam zum erliegen, da sich das Werk nun auf die Herstellung von Schotter für den Straßenbau konzentrierte. In diesem Zusammenhang wurden dann auch 1959 eine markante, neue Siloanlage errichtet, etwa an der Stelle des alten Ladegleises.

Im Jahre 1974 geriet die Firma Engelhardt in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Aus der Konkursmasse der Firma Engelhardt erwarben die Firmen Paul Kleinknecht in Kupferzell, Alfred Kleinknecht aus Unterohrn, Kocher-Jagst-Beton in Niedernhall und Heinrich Krieger aus Neckarsulm den Steinbruch in Berlichingen und brachten ihn in die 1975 gegründeten Hohenloher Schotterwerke GmbH & Co. KG ein.

Im Jahre 2001 wurde die alte Einfachbruchabsiebung aus dem Jahre 1964 neu erbaut und das Werk mit einer neuen Steuerung versehen. 2009 wurde eine neue Vorbrecherei gebaut um den veränderten Abbaubedingungen Rechnung zu tragen.

Die Jagsttalbahn bezog den Schotter für den Eigenbedarf ausschließlich aus diesem Steinbruch, zuletzt 1985.

Die heutigen Anlagen haben also nur noch wenige mit den alten Anlagen aus der Betreibszeit der Bahn gemeinsam. Einige Reste der damaligen Schotterwerksanlagen sind jedoch noch heute noch in Form der Steinrutschen sichtbar, die einst der Beladung der Schotterwaggons dienten. Es findet sich noch das Fundament des Wasserturms und bergauf das Wehr im Pfaffenklingenbach zum aufstauen des Wassers.

Der Steinbruch bei Berlichingen im Modell

Für die Entscheidung den Steinbruch in 1:87 nachzubilden gab es mehrere Gründe. Der Drang nach ca. 5 Jahren wieder etwas Modellbahn zu bauen wahr sehr groß. In diesen 5 Jahren habe ich mich sehr intensiv mit dem R/C Mikromodellbau beschäftigt. In der Zeit entstanden einige ferngesteuerte Fahrzeuge im Maßstab 1:87. Unter anderem ein Radlader, der sehr gut zu dem Steinbruch passen würde. Als mir Uwe dann ein Bild zuspielte, auf dem ein Radlader (Fiat Allis 945b) aufgebockte Wagen mit Gleisschotter belädt war es um mich geschehen. Die Kombination des R/C Modellbau in 1:87 mit der Schmalspurbahn in den Sechzigern und dem Steinbruch finde ich geradezu genial. Auch reizen mich die Gebäude und Silos des Steinbruchs, der Gleis- und Weichenbau sowie die Gleissperren wobei auch gewiss einige Sonderfunktion nachzubauen sind. Vielleicht auch die Feldbahn oberhalb des Brechwerkes.

Für das Vorbildstudium standen alte Gleispläne aus dem Archiv der Jagsttalbahn und ein Luftbild des Steinbruchs zur Verfügung. Außerdem wurden auch noch zeitgenössische Bilder aus jenen Jahren ausgewertet die uns freundlicherweise von Zeitzeugen zu Verfügung gestellt wurden und einige Bilder die sich im www fanden.

Einzelteile der Module

Weil die Planung der Module abgeschlossen ist wurde im Baumarkt die Einzelteile der Module mit etwas Übermaß im Glände zugeschnitten. Auch die Modulkanten und die Nuten für die Querrippen sind bereits gefräst. Hier sind die Einzelteile schon mal für einen ersten Überblick zusammengestellt.

Einzelteile der Module

Vor der endgültigen Montage der Einzelteile zu Modulkästen werden die Zeichnungnen der einzelnen Profile der Modulenden von der Zeichnung auf die einzelnen Profilbretter übertragen.

Einzelteile der Module

Die Löcher für die Passstifte sind bereits vorab gebohrt. So passen die Module perfekt zusammen und brauchen beim Aufbau nicht ausgerichtet werden.

Einzelteile der Module

Die Profile werden nacheinander auf der Dekupiersäge ausgeschnitten. Weil beide Profilbretter 32mm dick wären ist dieser Schritt nötig, denn bei der Dicke ist es nicht möglich das Sägeblatt am Verlaufen zu hindern.

Einzelteile der Module

Dadurch das die Profilbretter nicht zusammen ausgesägt werden können, müßen die Profile zusammen geklemmt und mit einem Bandschleifer angepasst werden. So sind die Übergänge 100%ig identisch und deckungsgleich.

Einzelteile der Module

Hier kann man das Ergebnis gut erkennen. Beide Profile passen perfekt aneienander. Auf diese Art entstehen alle Profilbretter innerhalb des Steinbruches.

Einzelteile der Module

Übersicht des Modularrangements nachdem alle Profile ausgesägt und verschliffen sind. Als nächstes werden die Vorder- und Rückseiten der Module profiliert.

Einzelteile der Module

Beim Bau der Module werden natürlich auch gleich die Taschen für die Steckbeine vorbereitet. Dies geschieht recht flott auf der Kappsäge.

Einzelteile der Module

Die Einzelteile für die Stecktaschen auf einem Haufen. Nun schließt sich die Montage an. Hierfür werden die Schraubenlöcher vorgebohrt um ein aufplatzen der Leisten zu verhindern.

Einzelteile der Module

Eine knappe 3/4 Stunde später sind die Taschen einbaufertig.

Einzelteile der Module

Die kurzen Adapertmodule bekommen nur eine Stütze. Da diese als Trapez ausgeführt sind muß einen der Stecktaschen größer ausgeführt werden.

Einzelteile der Module

Erste Stellprobe, noch fehlen den einzelnen Stützen die Platten zur Versteifung, dennoch kann man schon gut der Eindruch erkennen den das fertige Module später einmal haben wird.

Einzelteile der Module

Erstmal ein Säääft und dann geht es weiter........

Einzelteile der Module

Die Grundplatten bestehen in bewährter Methode aus 30mm Styrodurplatten die passgenau zugeschnitten und eingeklebt werden.

Demnächst geht es hier dann mit dem Gleis und dem Gelände weiter.

Fahrzeuge für den Steinbruch bei Berlichingen von Andreas Rackel

Radlader und Fc Wagen in Widdern

Weil der Bau des Steinbruches nun erstmal noch in den Anfängen steckt haben wir auf den Rohbaumodulen des Bhf Widdern schon mal das Beladen von Fc Wagen geübt. Hiervon existiert eine zeitgenößische Aufnahme.

Der Radlader funktioniert und verfügt über Licht...

Einen ferngelenkten Radlader in H0 habe ich zusammen mit Markus Christl bereits gebaut. Hier findet man weitere Infomationen auf meiner Homepage

Die Höhe sollte reichen...

Als Ladegut dient hier einmal wieder Rotkleesamen, der ansonsten als "Zuckerrüben" in den O-Wagen verladen wird.

...reicht aber nicht zum abkippen

Im ersten Versuch haben wir das Beladen ohne die im Schotterwerk vorhandene, aufgeschüttete Rampe versucht. Aber hierfür reicht die Ladehöhe des Radladers, der im übrigen mit IR ferngesteuert wird, nicht aus.

Mit Rampe geht's

Eine Rampe aus 6mm Depron war schnell geschnitzt und hiermit reichte die Ladehöhe leicht aus..

sauber einladen

Nun können die "Rüben" einfach eingefüllt werden.

ohne das was daneben geht

Zur Überraschung aller ging hierbei kaum etwas daneben.

Überarbeitung der Steinbruch Module

Spalten zwischen den Modulen

Andreas hat sich sich in seiner Freizeit anderen Tätigkeitsfeldern zugewandt, also hat Uwe die Steinbruchmodule übernommen und wird sie nun in der nächsten Zeit fertigstellen. Als erstes wurden die schon länger gelagerten Module aufgebaut. Hierbei zeigt sich unerwartet ein großer Spalt der auch durch festes anziehen der Schrauben nicht zu beseitigen war.

Der unbelastete Spalt

Nur leicht angezogen zeigt sich das ganze Drama, der Spalt ist ausgerechnet im Bereich der Gleise am größten.

Vermessen des Spaltes

Als erstes habe ich diesen Spalt einmal vermessen, hierzu verwende ich die Schäfte geschliffener Bohrer als "Lehre". So kann ich den Abstand von Rand und die Breute des Spaltes an dieser Stelle erfassen.

Der Plan

Als Skizze reicht die Aufzeichnung allemal. Im Bereich der Gleise klafft einen 2,5mm breite Lücke.

Prüfen wo was weg muß

Aber wo nun schleifen? Einfach an den Ecken bis es zufällig passt? Nein, ein Richtscheit, das natürlich gerade sein sollte, wird an die Profile angelegt. So kann man gut sehen ob ein Profil gerade ist, oder wo Material übersteht. Diese Stellen werden am Modul gekennzeichnet.

Schleifen

80er Papier auf den Bandschleifer und los geht's. Das hierbei unbedingt der Staub direkt an der Maschine abgesogen werden muß versteht sich von selbst, dieser Arbeitsvorgang verwandelt ansonsten jede Werkstatt in eine Nebelbude.

Schleifergebnis

Die bearbeitete Fläche ist sehr glatt, auch die Köpfe der Spaxschrauben haben dem Bandschleifer nicht viel entgegenzusetzen. Mit dem Richtscheit ist ständig der Arbeitsfortschritt zu kontrollieren, sonst scheift amn an anderer Stelle einen Spalt ein.

rechtes Profil

Das Schleifen dauert recht lange, immer wieder muß geprüft werden wie viel noch fehlt. Dabei wird auch das 80er Papier durch ein 160er Papier getauscht, das nicht soviel Material abträgt.

linkes Profil

Auch die andere Seite war verzogen, auch hier wurde kräftig nachgearbeitet. An beiden Seiten zeigte sich aber das sich die Verformungen nur am Rand zu den Seitenbrettern hin konzentrierte. Bei einem gleichmäßigen Bogen wäre der nicht zu schleifenden Bereich in der Mitte viel kleiner.

Fertig, kein Spalt mehr

Der Lohn der Mühe, Module zusammengestellt und leicht angezogen zeigt sich kaum noch ein Spalt. Die Profile werden anschleißend gleich wieder lackiert um das Eindringen von Wasser zu verhindern.

Der Wasserturm am Schotterwerk

Am Steinbruch in Berlichingen wurde ein Wasserturm im Bereich der Abraumhalde in den 30er Jahren gleich neben dem Pfaffenklingenbach für die Bahn errichtet. Der Pfaffenklingenbach wurde dafür am Oberlauf mit einem Wehr versehen, angestaut und zu einem Seiherbehälter geleitet. Von dort gelangte das Wasser in einer 50mm Leitung in das Wasserreservoir des Wasserturmes. Zumindest wird die Bauausführung dieser Anlage vom Vorstand der Bahn, Hr. Müller, am 10 Jan. 1935 auf der Zeichnung so bestätigt. Dieser war auch bis Mitte der 70er Jahre vorhanden und wurde dann irgendwann nach der Verdieselung abgetragen. Zumindest zur Zeit des Umbaues durch die Fa. Georg Engelhardt ist er im Lageplan vom 12. März 1971 noch eingezeichnet.

Vom Wasserturm existiert eine bestätigte Zeichnung aus den frühen 30er Jahren und leider nur eine Schwarzweißaufnahme beim Wasserfassen der 24" in den 50er Jahren. Hier stand aber auch mehr die Lok im Vordergrund, so das nur Teile des Wasserturms unscharf im Hintergund zu erkennen sind.

Vorbildzeichnung Front

Für die Konstruktion des Modells reichen diese Daten aber völlig, denn viele äußerliche Details weißt der schlichte Zweckbau in Stampfbeton nicht auf.

Modellzeichnung

Zum Vergleich hier mal mit Lok "Helene", die kam zwar erst zur Bahn als der Wasserturm längst verschwunden war, aber von der 24" habe ich noch keine Zeichnung angefertigt.

Modellzeichnung mit Lok

Die Rückseite (gerade) habe ich gegenüber dem Vorbild (schräg) vereinfacht. Dieser Teil befindet sich aber später unsichtbar im Abraumberg, so fällt das nicht weiter auf.

Modellzeichnung Seite

Auch hier zum Vergleich mit Lok Helene und korrektem Abstand Gleis-Wasserturm.

Modellzeichnung Seite

Der Wasserturm soll in Lasertechnik und aus 2mm Acrylglasplatten entstehen, dementsprechend wird die Konstruktion in einzelne Wandelemente zerlegt, die mittels Passnasen ineinander gesteckt werden können.

Einzelteile

Die Zeichnungen des Wasserturms als pdf, im aktuellen Zustand.

Der Bau des Wasserturms kann im Bereich "Technik" unter "Hochbauten" verfolgt werden, hier ein Bild vom ersten Einsatz in Elfershausen 2016.

Wasserturm Elfershausen 2016

Die neue Silo Anlage des Schotterwerks G. Engelhardt

Eine Anfrage bei der noch existierenden Firma Engelhardt die Silo Anlage fotografieren und vermessen zu dürfen folgte eine freundliche Einladung auch das Archiv der Firma nach alten Plänen zu durchsuchen und bei Bedarf davon eine Kopie zu machen. Das ist mal ein Entgegenkommen dem wir natürlich gerne nachgekommen sind.

Steinbruch-Lageplan

Auch die Unterlagen zum Bau der Siloanlage ist komplett vorhanden, ideal für den Nachbau.

Siloanlage

Der Grundriss der Siloanlage.

Grundriss Siloanlage

Die vielen Daten und Details nun in ein Modell umzusetzen ist der nächste Schritt. Für den von uns gewählten Zeitraum um 1968 wird die komplette Silo Anlage zu erbauen sein. Damit das keine Mammut Aufbage wird müssen wir auf moderne Techniken zugreifen. So werden ein Großteil der Bauteile als Konstruktion für einen Laser entstehen und aus einer Platte ausgeschnitten, andere aus Halbzeugen erbaut.

Für die Konstruktion wird als erstes die Außenabmaße der Silo Anlage errechnet und aufgezeichnet.

Begonnen habe ich mit den runden Silos. Diese habe ich als Plexiglasrohr als Meterware bezogen. Wieso ausgerechnet Plexiglasrohr und nicht viel billigeren KT rohr aus dem Baumarkt? Hier passte der Außendurchmesser einfach viel besser zu den umgerechneten Vorbildmaßen. Mit einer Kreissäge mit Anschlag verden die 1m langen Rohre in entsprechend gleichlange Stücke zerteilt.

Für die Konstruktion wird als erstes die Außenabmaße der Silo Anlage errechnet und aufgezeichnet.

Planung der Silo's im Steinbruch

Basis für den Nachbau dieser Anlagen sind die Baupläne aus dem Archiv der Fa. Eberhardt und ein Luftbild des Steinbruch von 1968. Natürlich werden auch noch zeitgenössische Bilder aus jenen Jahren ausgewertet.

Planung der Silo's im Steinbruch

Die Zeichnungen der Silo Anlage als pdf, im aktuellen Zustand.

Der Bau der Siloanlage kann im Bereich "Technik" unter "Hochbauten" verfolgt werden, hier ein Bild vom Bau der Silos.

Silo's in Bau

Demnächst geht es hier mit der Ausgestaltung weiter.

...der Rest ist noch immer eine Baustelle